Kalksandstein im geschlossenen Materialkreislauf

Gebaut. Genutzt. Geerntet. Mit Kalksandstein werden Gebäude zu Rohstofflagern. Denn die KS-Bauweise erfüllt die zentralen Anforderungen der Circular Economy. Der schadstofffreie Wandbaustoff folgt dem Gestaltungsansatz, durch Langlebigkeit, Wartungsfreiheit und Trennbarkeit, wertvolle Rohstoffe im technischen Kreislauf zu halten. Immer wieder.


Vier Gründe zum Bauen mit Kalksandstein

Zur Herstellung werden aussschließlich rein natürliche Rohstoffe verwendet.

KS-Wände speichern dauerhaft CO2 - auch im Recyclingfall bleibt es gebunden.

Funktionsgetrennter Wandaufbau
ermöglicht selektiven Rückbau.

Wiederverwendung oder Wiederverwertung? Beides ist möglich.


Vier Gründe für zirkuläres Bauen mit Kalksandstein

© Kai Nielsen

Reinheitsgebot
Zur Herstellung werden ausschließlich rein natürliche Rohstoffe verwendet.

Weiterlesen

© Olaf Mahlstedt

CO₂-Speicher
KS-Wände speichern dauerhaft CO₂. Auch im Recyclingfall bleibt es gebunden.

Weiterlesen

© Thomas Popinger

Trennbare Wände
Funktionsgetrennter Wandaufbau ermöglicht selektiven Rückbau.

Weiterlesen

100% kreislauffähig
Wiederverwendung oder Wiederverwertung? Beides ist möglich.

Weiterlesen


Was bedeutet Cradle-to-Cradle mit der KS-Bauweise?

Die Langlebigkeit eines Bauwerks und seiner tragenden Konstruktion sollte die Frage des Rückbaus erst gar nicht aufkommen lassen. Jedoch ist die letzte Lebenszyklusphase eines Gebäudes elementarer Bestandteil einer ganzheitlichen Planung. Kann der Bestand nicht mehr weiter genutzt werden, eröffnen nicht nur die die Eigenschaften des Kalksandsteins, sondern auch die Einfachheit des Wandaufbaus der KS-Bauweise Wege, um das Gebäude als Quelle für Sekundärrohstoffe zu nutzen. Damit werden Stoffkreisläufe geschlossen und Primärressourcen geschont.


Die KS-Bauweise erfüllt zentrale Prinzipien des kreislauffähigen Bauens:
Robustes, langlebiges und wartungsfreies Hintermauerwerk

  • Funktionsgetrennter Wandaufbau ermöglicht Wände ohne Zielkonflikte zwischen energetischer Optimierung und Fassadengestaltung sowie Statik, Schall- und Brandschutz zu optimieren
  • KS-Wände sind eine offene Schnittstelle und können mit weiteren ökologisch wertvollen Materialien kombiniert werden, z. B. Dämmung und Fassadensysteme aus nachwachsenden Rohstoffen, verschraub- und demontierbare Systeme
  • Funktionsgetrennter Wandaufbau ermöglicht den selektiven Rückbau durch die sortenreine Trennung von Bauteilschichten
  • Sortenreines Kalksandstein RC-Material wird zur Fertigung neuer Steine und Elemente eingesetzt
  • Es besteht die Möglichkeit, einzelne Kalksandsteine von Anhaftungen zu befreien und wiederzuverwenden

Materialien werden nicht entsorgt, sondern bleiben dauerhaft als Rohstoffe im Kreislauf.

© KS-ORIGINAL

Exemplarischer Wandaufbau in drei Schritten
Durch eine strikte Trennung der Bauteilschichten ist es möglich, Kalksandstein sortenrein zu recyceln.


Kalksandstein als Recyclingmaterial

  • Materialhomogener Mauerstein: kein Verbundbaustoff, kein Füllmaterial und keine Stahlbewehrung
  • 100 % recyclingfähiger Baustoff
  • Reinheitsgebot seit 1889: Verwendung der rein natürlichen Materialien Sand, Kalk und Wasser
  • Frei von Schadstoffen, Sulfaten und anderen chemischen oder allergieauslösenden Zusatzstoffen
  • Emittiert keine toxischen Gase und schädlichen Dämpfe
  • Bindet CO2, lagert es ein und behält dies auch im Falle einer Wiederverwertung oder Wiederverwendung
  • KS-Kreislaufstein mit bis zu 25 % RC-Anteil
RohstoffeKalk, Sand, Wasser
MaterialaufbauHomogen, mineralisch
Recyclingfähigkeit100%
Recyclinganteil im KS-Kreislaufstein   bis zu 25%
Produktionsresteabfallfreie Produktion
Schadstoffekeine chemischen Zusätze
Lebensdauerüber 100 Jahre
Umweltproduktdeklaration (EPD)Verfügbar
CO₂-Speicherfähigkeit50 kg / t über 50 Jahre


Kalksandstein besteht ausschließlich aus natürlichen mineralischen Rohstoffen. Die homogene Materialstruktur ermöglicht eine hochwertige Wiederverwertung ohne aufwendige Trennprozesse. Gleichzeitig ist das Material schadstofffrei, langlebig und vollständig in bestehende Stoffkreisläufe integrierbar.


Warum Kalksandstein besonders kreislauffähig ist

Der Kreislauf beginnt bei Primär- und Sekundärrohstoffen und führt über die BU: Kalksandsteinproduktion zum fertigen Produkt. Nach Transport, Verarbeitung und jahrzehntelanger Nutzung im Gebäude erfolgt der selektive Rückbau. Das sortenrein zurückgewonnene Material wird aufbereitet und wieder in die Produktion integriert. So entsteht ein geschlossener Materialkreislauf.


Herstellung von Kalksandstein
Nach der Gewinnung des Hauptrohstoffs Sand in direkter Nähe zu den jeweiligen Werken, erfolgt die abfallfreie Produktion. Kalksandstein wird nicht gebrannt, sondern lediglich bei 200 °C heißem Wasserdampf gehärtet. Regionalität auch beim Transport: Durchschnittlich 50 Kilometer beträgt gerade einmal der Lieferweg des schweren Wandbaustoffs zur Baustelle, auf der er ressourcenschonend mit Versetzhilfen oder -kränen verarbeitet wird. 

Langlebige Nutzung
Die Nutzungsphase ist ein weiterer Vorteil: Bauwerke aus Kalksandstein überdauern Generationen und bieten eine tatsächliche Nutzungsdauer von über 100 Jahren. Die Umweltwirkungen und Nachhaltigkeitseigenschaften von Kalksandstein sind in der Umwelt-Produktdeklaration (EPD) nach ISO 14025 dokumentiert. Kalksandstein ist zudem durch seine Masse und hohe Rohdichte sehr robust. Die massive KS-Bauweise hält dadurch Umnutzungen und flexiblen Bedarfsanpassungen über viele Jahrzehnte hinweg stand. 

Wiederverwendungspfad und Wiederverwertungspfad
Sollte es dennoch zum Rückbau und damit zur Demontage des Gebäudes kommen, stehen zwei Kreislaufpfade zur Auswahl: Der Wiederverwendungspfad, bei dem die Kalksandsteine von Anhaftungen befreit und wieder neu eingesetzt werden, sowie der Wiederverwertungspfad, bei dem die auf Schadstoffe, Toxine oder Fremdanhaftungen labortechnisch untersuchten Wände selektiv zurückgebaut werden. Die Funktionsentkopplung von Tragwerk, Dämmung und Fassade ermöglicht dabei die sortenreine Trennung der einzelnen Bauteilschichten. Der Kalksandstein wird in Brechanlagen zu sortenreinem RC-Material nach DIN Spec 19458 aufbereitet.

Recyclingmaterial als Sekundärrohstoff
Das sortenreine RC-Material fließt als Zuschlagsstoff - aktuell mit bis zu 25 Prozent - zurück in den Produktionskreislauf. Aus Altem entsteht Neues: Der aufbereitete Sekundärrohstoff ersetzt 1:1 den anteilig benötigten Primärrohstoff Sand und wird ohne Qualitätsverlust zu einem vollwertigen KS-Kreislaufstein geformt. Bereit für das nächste Gebäude und die nächsten 100 Jahre.


Kreislaufwirtschaft in der Baupraxis

Mit dem KS-Kreislaufstein arbeiteten die mittelständischen Hersteller des KS-ORIGINAL Markenverbunds an einem Verfahren zur Produktion von Kalksandsteinen mit sortenreinen Baurestmassen. Dazu wurde anhand von Pilotprojekten ein praxistauglicher Prozess definiert, der nun als funktionierendes Kreislaufwirtschaftsystem etabliert wird.
 
Parallel dazu entwickelt die Forschungsvereinigung Kalk Sand e. V. die DIN Spec 19458 „Kalksandstein als Rohstoff für das Bauwesen - Aufbereitung, Verwendung und Anforderungen für rezyklierte Gesteinskörnungen“. Dieses Dokument legt Anforderungen an die Beschaffenheit von rezyklierten Gesteinskörnungen fest, welche für die Herstellung von Kalksandsteinen eingesetzt werden können. Dabei werden physikalische und chemisch-mineralogische Anforderungen festgelegt. Darüber hinaus werden Informationen für die Zusammenarbeit der am Recyclingprozess beteiligten Institutionen und Unternehmen gegeben. Im Falle eines Rückbaus von KS-Wänden, kann nach dieser DIN Spec der selektive Abbruch ausgeschrieben werden.


Referenzbeispiele: Aus Abbruch wird Zukunft

Rückgebautes Kalksandsteinmaterial wurde bereits erfolgreich in die Herstellung neuer KS-Kreislaufsteine integriert. Die Ergebnisse zeigen:

  • Hohe Materialqualität
  • Technisch gleichwertige Produkte
  • Erfolgreiche Nutzung von Sekundärrohstoffen

Kreislaufsteine aus dem Mauerwerk der TU Dortmund
Ausgangspunkt war der selektive Rückbau der Zentralbibliothek der Technischen Universität Dortmund, bei dem die vorhandenen Kalksandsteine auf ihre Wiederverwertbarkeit geprüft und als Sekundärrohstoff aufbereitet wurden. Ziel des Projekts des KS* Herstellers Cirkel GmbH & Co. KG war es, Primärsand durch Recyclingmaterial zu ersetzen und so hochwertige KS-Kreislaufsteine zu entwickeln. 

Das Ergebnis: Mit einem Recyclinganteil von 25 Prozent konnten leistungsfähige Mauersteine produziert werden, die bereits in einem Wohnungsbauprojekt in Hamm zum Einsatz kamen. Mit dem Projekt wurden im Sinne des Cradle to Cradle Gedankens 300 Tonnen Sand weiterhin im Kreislauf geführt.

Kreislaufsteine aus dem Mauerwerk der TU Nürnberg
Der KS*-Hersteller Zapf-Daigfuss entwickelte im Jahr 2022 erstmals ein Verfahren zur Herstellung von Kalksandsteinen aus recyceltem Material. Für das Projekt auf dem Baugelände der TU Nürnberg wurde das Mauerwerk in einem zum Abriss stehenden, über 50 Jahre alten Gewerbegebäude auf die sortenreine Rückbaubarkeit untersucht. Nachdem festgestellt wurde, dass Kalksandsteine ohne anorganische oder organische Anhaftungen vorhanden waren, wurde sich für einen selektiven Rückbau entschieden. Zunächst wurden die Dämmstoffe auf der Außenwand entfernt und getrennt aufbereitet. Anschließend wurden die geeigneten Gebäudestrukturen gezielt zurückgebaut, das Recyclingmaterial aus Kalksandstein auf der Baustelle sortiert und klein gebrochen. 

Das Ergebnis: Unter der Zugabe von 12 % des gebrochenen Sekundärrohstoffs entstanden neue Steine. Sie gleichem dem bewährten Kalksandstein in allen relevanten bauphysikalischen, technischen sowie ökologischen Eigenschaften und bieten die Möglichkeit, sortenrein abgebrochenes Material sowie Schnitt- und Baureste immer wieder in den Kreislauf zurückzuführen.


Unsere Partnerschaften

KS-ORIGINAL ist Partner von Madaster, dem digitalen Kataster für Materialien und Produkte in Gebäuden. Durch die Erfassung verbauter Materialien werden Wiederverwendungspotenziale, Materialwerte, gebundenes CO2 sowie die Trennbarkeit von Bauteilen transparent dokumentiert. Damit entstehen wichtig

Als Concular Circularity Partner unterstützt KS-ORIGINAL den Aufbau zirkulärer Wertschöpfungsketten in der Bauwirtschaft. Gemeinsam werden Prozesse entwickelt, die Materialien von der Planung über den Rückbau bis zur Wiederverwendung dokumentieren und wirtschaftlich nutzbar machen.


Beratung und weiterführende Informationen

Kontakt
Unsere Expert*innen unterstützen Sie bei Fragen zu Planung, Ausschreibung und nachhaltigen Baukonzepten.

E-Mail  Kontaktformular


Häufige Fragen zur Kreislauffähigkeit von Kalksandstein

Ist Kalksandstein recyclingfähig?
Ja. Kalksandstein kann nach dem Rückbau aufbereitet und als Sekundärrohstoff erneut eingesetzt werden.

Kann aus altem Kalksandstein neuer Kalksandstein hergestellt werden?
Ja. Mehrere Pilotprojekte zeigen bereits erfolgreich die Integration von Recyclingmaterial in neue Kalksandsteinprodukte.

Was ist der Unterschied zwischen Recycling und Cradle to Cradle?
Recycling beschreibt die Wiederverwertung von Materialien. Cradle to Cradle verfolgt das Ziel, Materialien dauerhaft in geschlossenen Stoffkreisläufen zu halten.

Warum ist sortenreiner Rückbau wichtig?
Nur sortenrein getrennte Materialien können hochwertig wiederverwendet und erneut in Stoffkreisläufe zurückgeführt werden.

Wie erfolgt die Rohstoff- und Lieferantenauswahl?
Der Sand wird regional an den jeweiligen Werksstandorten gewonnen und die Abbauflächen anschließend renaturiert. Der eingesetzte Kalk stammt aus Deutschland.

Enthält Kalksandstein Schadstoffe?
Nein. Kalksandstein besteht ausschließlich aus Kalk, Sand und Wasser und enthält keine gesundheitsgefährdenden Zusätze.

Welche Nachhaltigkeitszertifizierungen werden unterstützt?
Kalksandstein unterstützt unter anderem die Anforderungen von DGNB, QNG, BNB und weiteren Nachhaltigkeitsbewertungssystemen.