Brandschutz

Bei Verwendung von KS-PLUS Mauerwerk ist der Brandschutz automatisch enthalten und damit sichergestellt. KS-PLUS Mauerwerk ist aufgrund seiner Herstellung und Zusammensetzung nichtbrennbar und hat hinsichtlich
der Tragfähigkeit – Standsicherheit im Brandfall – und des Raumabschlusses ein sehr günstiges Brandverhalten. Es werden alle Belastungsfälle nach DIN EN 1996-1-1 und DIN EN 1996-3 abgedeckt. KS-PLUS Mauerwerk mit unvermörtelten Stoßfugen gemäß DIN 1053 oder DIN EN 1996-1-1/NA (NCI zu Abschnitt 8.1.5) entspricht der Klassifizierung und den Prüfkriterien nach DIN 4102. KS-PLUS Mauerwerk erfüllt somit die Forderungen der Landesbauordnungen, der Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch vorzubeugen. Allerdings kann
aufgrund von Prüferfahrungen festgestellt werden, dass beidseitig mit mindestens  10 mm dickem Putz verputzte Mauerwerkswände hinsichtlich der Rauchgase bessere Werte zur Leckrate erzielen als Rauchschutztüren.

Brandschutztafeln

Die Brandschutztafeln enthalten Angaben für die Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten; die Feuerwiderstandsklassen von 60 und 30 Minuten sind ebenso erfüllt. Die Angaben in den Tafeln 8, 9 und 10 mit Bezug auf DIN 1053-1 sowie Eurocode 6 unter Ansatz des Ausnutzungsfaktors α6,fi entsprechen den bisherigen Regelungen mit der bekannten Einstufung in die Feuerwiderstandsklasse F 90 (im Eurocode jetzt R bzw. REI).

Alternativ sind die neuen Angaben zur vollen Ausnutzung nach Eurocode 6. Diese gelten ausschließlich zur Einstufung der Wände in die europäischen Klassen R bzw. REI. Die Angaben zu Brandwänden REI-M 90 in Tafel 11 sind mit den bekannten Regeln zur Einstufung von Brandwänden in die Feuerwi- derstandsklasse F 90 inhaltlich gleich. Gleiches gilt für nicht tragende Wände nach Tafel 7.

Die Tafeln gelten für Wände aus Kalksandstein-Mauerwerk nach DIN EN 1996-1-2/NA für Kalksandsteine nach DIN EN 771-2 in Verbindung mit DIN V 20000-402 bzw. DIN V 106. Für verputzte Wandflächen ist ein geeigneter Putz, beidseitig, je 10 mm dick, z.B. Gipsputzmörtel nach EN 13279-1 oder Leichtputze LW oder T nach EN 998-1 aufzutragen. Die Angaben für KS-Fasensteine beziehen sich auf die Wanddicke, nicht auf die Aufstandsbreite.

Bezeichnungen der neuen Klassen (F → REI)

  • R Tragfähigkeit (Résistance)
  • E Raumabschluss (Étanchéité)
  • I Wärmedämmung im Brandfall (Isolation)
  • M Stoßbeanspruchung (Mechanical Impact)
  • R Tragende Wand, nicht raumabschließend
  • REI Tragende Wand, raumabschließend
  • REI-M Tragende Brandwand
  • RE Nicht tragende Außenwand
  • REI Nicht tragende Innenwand
  • REI-M Nicht tragende Brandwand

Brandwände

Brandwände werden entweder nach DIN EN 1364-1 oder DIN EN 1365-1 in Verbindung mit DIN EN 1363-2 bzw. DIN 4102-3:1997-09 geprüft und sind damit nachgewiesen. Weitere Nachweise, z. B. rechnerische Nachweise hinsichtlich der Stoßbeanspruchung, sind nicht erforderlich und auch nicht zulässig, siehe auch DIN 4102-22. Nach gutachterlicher Stellungnahme [1] dürfen in Brandwänden auch KS-Wärmedämmsteine im Wandfuß sowie im Wandkopfbereich eingesetzt werden.

[1] Hahn Consult: Gutachtliche Stellungnahme Nr. 20006 zum Brandverhalten von Kalksand-Wandkonstruktionen
unter Verwendung von KS-ISO-Kimmsteinen (21.12.01)