Schallschutz

Anforderungen an den Schallschutz

Der Schallschutz in Gebäuden hat eine große Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen.
Der wissenschaftliche Erkenntnisstand im Schallschutz geht heute weit über das hinaus, was in der DIN 4109 von 1989 dokumentiert ist.

Vor diesem Hintergrund wird die zukünftige Schallschutznorm E DIN 4109-2:2013 für die Berechnung des Luftschallschutzes das europäisch harmonisierte Verfahren nach DIN EN 12354-1 enthalten, welches systematisch alle an der Schallübertragung beteiligten Wege berücksichtigt.

 

Schallschutz nach DIn 4109

Die öffentlichrechtlich geschuldete Schallschutzanforderung ist die Anforderung gemäß DIN 4109. Dieses Niveau ist in jedemFall einzuhalten und kann als „untere Auffangregel" verstanden werden.

Erhöhter Schallschutz

In aller Regel ist für den Schallschutz zwischen Wohneinheiten privatrechtlich allerdings ein höheres Niveau geschuldet. DieTafel „Anforderungen und Empfehlungen zum baulichen Schallschutz" gibt einen Überblick über die Festlegungen verschiedener Regelwerke und die Empfehlungen der Kalksandsteinindustrie. Um sich wahrnehmbar von der Mindestanforderung der DIN 4109 abzuheben und ein konstruktiv sicher erreichbares Niveau zu wählen, empfiehlt es sich, für den horizontalen Luftschallschutz ein R'w von 56 dB zu vereinbaren. Dies liefert eine hörbare Verbesserung
und kann mit üblichen Kalksandstein-Konstruktionen des Geschosswohnungsbaus bei mängelfreier Ausführung sicher erreicht werden. Ebenso empfiehlt sich ein Anforderungswert von R'w = 57 dB für den Luftschallschutz vertikal und L'n,w = 46 dB für den Trittschallschutz zur Vereinbarung eines erhöhten Schallschutzes.

Die Empfehlungen für einen erhöhten Schallschutz zwischen Reihen- bzw. Doppelhäusern berücksichtigen eine Verbesserung gegenüber dem Mindestschallschutz von 5 dB.

Es ist zu beachten, dass der Schallschutz für jedes Objekt zu planen und mit den nachfolgend dargestellten Methoden rechnerisch zu dimensionieren ist.

 

Einschalige Wände

Das Rechenverfahren nach DIN EN 12354-1 bzw. E DIN 4109-2 zur Prognose des Luftschallschutzes zwischen Wohnungen berücksichtigt systematisch alle Schallübertragungswege und Parameter, deren Beiträge zur gesamten Schallübertragung zusammengefasst werden.

Parameter für die Prognose des Luftschallschutzes im Massivbau:

  • Geometrie der Räume
  • Masse und Fläche des Trennbauteils sowie der Flanken
  • Kantenlänge der Flanken
  • Art der Stoßstellen
  • Kopplung des Stoßes
    • starrer Anschluss
    • entkoppelter Anschluss
  • Vorsatzschalen auf Flanken
  • Ungünstige Lochung der Steine

Sehr kleine Trennbauteilflächen führen im Rahmen des neuen Rechenmodells zu einer überproportional starken Bewertung der flankierenden Übertragung. E DIN 4109-2 sieht deshalb für den rechnerischen Nachweis eine Mindest-Trennbauteilfläche von 8 m2 vor. Diese wird immer angesetzt, wenn die tatsächliche Trennfläche kleiner ist als 8 m2.

Im Falle versetzt angeordneter Räume mit kleinen Trennbauteilflächen liefert die Kenngröße DnT,w eine plausiblere Beschreibung des wahrnehmbaren Schallschutzes als das Bauschalldämm-Maß R'w.

Die grundsätzliche Vorgehensweise wird im Bild "Berechnungsvorgehen mit dem KS-Schallschutzrechner" dargestellt.

 

Zweischalige Haustrennwände

Bei zweischaligen Haustrennwänden aus zwei schweren, biegesteifen Schalen mit durchgehender Trennfuge, z.B. bei Reihenhäusern, kann die Schallübertragung zwischen benachbarten Häusern gegenüber einschaligen Haustrennwänden erheblich verringert und somit die Schalldämmung erhöht werden.

Voraussetzungen dafür sind:

  • Die Fuge ist von der Oberkante des Fundaments lückenlos bis zur Dachhaut durchzuführen.
  • Die flächenbezogene Masse der Einzelschale (inklusive eines eventuell vorhandenen Putzes) muss mindestens 150 kg/m2 aufweisen. Die Dicke der Trennfuge muss dabei mindestens 30 (besser 40) mm sein.
  • Bei einem Schalenabstand ≥ 50 mm muss die Masse der Einzelschale mindestens 100 kg/m2 betragen.
  • Der Fugenhohlraum sollte idealerweise mit dicht gestoßenen und vollflächig verlegten Mineralfaserplatten Typ WTH nach DIN EN 13162 in Verbindung mit DIN 4108-10 ausgeführt werden, um Mörtelbrücken zu vermeiden.

Sichere Ausführung Haustrennwände

  • Trennwände durch die flankierenden Bauteile durchführen
  • Trennfuge möglichst 4 cm dick, ausgefüllt mit Mineralfaserplatten typ WTH, Dicke 40/35 mm, ausführen

 

Die bisherige Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes nach DIN 4109, Beiblatt 1 unter Berücksichtigung eines Bonus ΔRw,TR von 12 dB für die zweischalige Ausführung mit vollständiger Trennung der Schalen ist u.a. an folgende Annahmen geknüpft:

  • durchgehende Trennfuge vom Fundament bis zur Dachhaut
  • Breite der Trennfuge mindestens 3 cm
  • flächenbezogene Masse der Einzelschale (inklusive Putz) mindestens 150 kg/m2
  • keine Anforderungen an den Schallschutz im untersten Geschoss

In der Praxis werden diese Voraussetzungen häufig verletzt, z.B. wenn ohne Keller gebaut oder die Trennfuge nur bis zur Kellerdecke herabgeführt wird. In solchen Fällen ist die Berechnung des Schalldämm-Maßes nach DIN 4109:1989 nicht möglich.

Prognose des Schalldämm-Maßes von zweischaligen Haustrennwänden

E DIN 4109 enthält statt eines pauschalen Zuschlags von 12 dB einen abgestuften Zuschlag für die Zweischaligkeit (Zweischaligkeitszuschlag ΔRw,Tr), der in 3-dB-Stufen die unterschiedlichen Kopplungsbedingungen im Fundamentbereich bei unvollständiger Trennung und unterschiedlichen Raumsituationen berücksichtigt, inkl. eines Zweischaligkeitszuschlages von ΔRw,Tr = + 6 dB.

Der Ks-Schallschutzrechner als Planungswerkzeug

Mit Hilfe des KS-Schallschutzrechners können alle Einflussparameter für die Berechnung nach dem harmonisierten europäischen Verfahren nach E DIN 4109-2:2013 berücksichtigt werden. Trotz der Vielzahl der zu berücksichtigenden Parameter ist die Handhabung einfach und intuitiv.

Der KS-Schallschutzrechner verfügt über die Berechnungsfunktionen „Einschaliges Trennbauteil", „Zweischalige Haustrennwand" und „Außenbauteil". Er bietet die Möglichkeit der Eingabe eines Raumversatzes sowie der Bewertung des Trittschallschutzes.

Der Ks-Schallschutzrechner steht im steht unter Fachinformationen, kostenlos zum Download bereit.